Auszüge aus der Rede zum Jahresabschluss 2024 der Ahrtal Marketing GmbH von Serkan Basar in der Stadtratssitzung am 15. Dezember 2025

Auszüge aus der Rede zum Jahresabschluss 2024 der Ahrtal Marketing GmbH von Serkan Basar in der Stadtratssitzung am 15. Dezember 2025
Serkan Basar während seiner Rede | Foto: Wolfgang Horrmann

Wir beraten heute über den Jahresabschluss 2024 der Ahrtal Marketing GmbH – ein Thema, das für unsere Stadt von besonderer Bedeutung ist. Die Ahrtal Marketing GmbH ist ein zentrales Instrument für Tourismus, Stadtmarketing, Veranstaltungen und damit auch wichtig für die wirtschaftliche Stabilisierung und die Wertschöpfungskette unserer Region.

Zunächst halten wir als FWG-Fraktion fest: Der Jahresabschluss 2024 wurde ordnungsgemäß erstellt, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Dafür danken wir der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden ausdrücklich. Das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Jahr, das weiterhin stark vom Wiederaufbau, von strukturellen Belastungen und von erheblichen Kostensteigerungen geprägt war.

Der Jahresfehlbetrag in Höhe von rund 116.700 Euro sowie eine Bilanzsumme von rund 3,5 Millionen Euro zeigen jedoch auch klar: Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft bleibt angespannt. Besonders kritisch ist die Entwicklung der Eigenkapitalquote, die auf etwa 23 Prozent gesunken ist und damit deutlich unter der allgemein als solide geltenden Marke von 30 Prozent liegt.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Ahrtal Marketing GmbH ihre Gesamteinnahmen steigern konnte. Mit rund 3,86 Millionen Euro wurde das Vorjahresniveau übertroffen. Insbesondere das Veranstaltungsmanagement und die Projekt- und Managementleistungen tragen weiterhin maßgeblich zu den Umsätzen bei. Die
Gesellschaft leistet wichtige Arbeit und setzt relevante Impulse für unsere Stadt und das Ahrtal.

Gleichzeitig müssen wir aber auch ehrlich benennen, wo die Probleme liegen: Die Aufwendungen sind deutlich stärker gestiegen als die Einnahmen, insbesondere im Personalbereich. Wir wissen um die zusätzlichen Aufgaben durch den Wiederaufbau – dennoch stellt sich für uns die Frage, wie dauerhaft tragfähig diese Kostenstruktur ist.

Hinzu kommt: Der städtische Zuschuss reicht aber offensichtlich nicht aus, um die gestiegenen Anforderungen und Kosten auszugleichen und muss leider angepasst werden. Schon im Zwischenbericht 2025 wird deutlich, dass die Gesellschaft mit dem aktuellen Leistungsportfolio und der derzeitigen finanziellen Ausstattung an ihre Grenzen stößt.

Aus Sicht der FWG-Fraktion bedeutet das: Wir können und werden dem Beschlussvorschlag heute zustimmen, weil der Jahresabschluss formal korrekt ist und die Geschäftsführung in einem extrem schwierigen Umfeld gearbeitet hat. Die Entlastung der Geschäftsführung halten wir für gerechtfertigt. Aber – und das ist uns besonders wichtig – diese Zustimmung ist kein Freifahrtschein für die Zukunft.

Wir erwarten: Eine klare strategische Priorisierung der Aufgaben der Ahrtal Marketing GmbH. Nicht alles, was wünschenswert ist, wird dauerhaft finanzierbar sein. Mehr Transparenz über Kostenentwicklungen, insbesondere im Personalbereich und in der Nachkalkulation der Veranstaltungen. Eine frühzeitige Einbindung des Stadtrates und des Aufsichtsrats, wenn absehbar ist, dass Erlöse nicht erreicht werden oder zusätzliche Mittel erforderlich sind. Eine ehrliche Diskussion darüber, welche Leistungen die Stadt dauerhaft finanzieren kann und will – und welche nicht.

Das Ahrtal braucht ein starkes Marketing, eine funktionierende Veranstaltungsstruktur und professionelle Unterstützung für Handel, Tourismus und Gesundheit. Aber es braucht ebenso finanzielle Vernunft und klare politische Steuerung. Die FWG-Fraktion steht bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten – kritisch, aber immer mit dem Ziel, unsere Stadt und das Ahrtal nachhaltig voranzubringen.

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